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Digitalexperiment

Journal über digitale Spiegelreflexfotografie

Feb
17

Bildanalyse Nahaufnahme

Beitrag von Simon in Erfahrung

Ich möchte anhand eines in meinen Augen sehr gelungenen Bildes einige kleine Details besprechen, die manchmal zwischen sehr gut und Kunstwerk entscheiden. Hier ist das Bild, aufgenomen von Peter Friese (siehe seine FlickR Galerie). Im folgenden gebe ich einige persönliche Tipps.

Das Gefühl

Zunächst widmen wir uns der Wahrnehmung des Bildes: Formen, Farben, Eindruck. Das Motiv ist eine Blüte. Diese ist klar zu erkennen und befindet sich in der mitte des Bildes. Die großen Ränder tragen leider weder zu Athmosphere des Bildes bei, noch erzeugen Spannung. Das heißt der Betrachter schaut eigentlich nur auf die Blüte. Durch den richtigen Einsatz der Scharfentiefe wirkt der Hintergrund verschwommen und lenkt nicht vom Hauptmotiv ab. Das schöne Bokeh unterstreicht das Hauptmotiv und trennt es von Hintergrung ab, lässt aber die Äste gerade noch erahnen. Schaut man genau hin, stellt man aber fest, dass die hinteren Blätter der Blüte schon unscharf sind. Das Bild ist gut belichtet. Das Licht ist warm und harmoniert gut mit der kuschelig weich wirkenden Blüte. Der Fokus des Bildes ist im Bild mitelpunkt und läßt feine Blütendetails erkennen.

Die Metadaten

Nun kommen wir zu technischen Details. Das Bild ist mit einer Canon 450D (und vermutlich Canon EF-S 18-55mm) bei 45mm Brennweite, f/5.0 Blendenzahl und 1/500s Belichtungsszeit aufgenommen worden. Die ISO-Empfindlichkeit betrug 160.

Die Tipps

Das Framing könnte verbessert werden. Ein mittelgroßes Motiv mittel im Nichts wirkt verloren. Entweder vergrößert man das Motiv (könnte man mit der Vergrößerung der Brennweite bis 55mm erreichen), oder verändert ganz die Komposition und versucht mehr Spannung aufzubauen. Ich würde es mit Hochkant probieren oder mit seitlichen Position des Motivs, aber auch einfache Vergrößerung kann manchmal Wunder bewirken.

Die hintere Seite der Blüte ist nicht mehr scharf abgebildet, was an der Blende f/5.0 liegt. Bei einer so geringen Entfernung zum Objekt und Brennweite 45mm beträgt die Scharfentiefe nur einige Zentimeter. Vor allem nach den Kompaktkameras, die keine bequeme Schärfentiefenkontrolle geben, sollten man aufpassen, dass man die Blende nicht zu weit aufmacht. Das wäre bei dem Licht auch nicht notwendig gewesen. Für ein stilles Motiv aus einem halben Meter Entfernung braucht man nicht die 1/500s Belichtungszeit, sondern kann mit wesentlich größeren Verschlusszeit aus der Hand arbeiten.

Die Auto-ISO Funktion des 450Ds ist eine schöne Sache, wenn man in wechselnden Umgebungen Aufnahmen macht. Trotzdem sollte man bei jeder Aufnahme darauf achten, die ISO-Empfindlichkeit so gering wie möglich zu halten. Denn trotz der modernen Rauschunterdrückung auf den Sensoren bleibt ein Restrauschen, das bei der Erhöhung der ISO-Empfindlichkeit mitverstärkt wird.

Zusätzlich würde ich die Farbintensität etwas erhöhen. Das geht aber nur nachträglich an einem Rechner.

Fazit

Das Bild ist gut gelungen. Ich habe es mir elaubt, es der harten Kritik auszusetzten, gerade weil es so gut ist, und schon kleinste Veränderungen es zu einem echten Kunstwerk machen könnten. Ich hoffe Peter ist mir nicht sauer…

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Kommentare

  1. Simon Zambrovski | Check the macro shots schreibt,

    [...] Wrote a picture review on the digitalexperiment.de about a good picture taken by a friend. As usual for that site, it is written in German and discusses the issues of a macro shots. I try to provide some hints about this kinds of pictures. Especially, the usage of too wide-opened aperture leads not only the background to become smooth, but alos parts of the main subject. The composition is a very subjective thing, but I suggest to make the subject bigger. Regarding the iso-speed used, it is always a goal to keep it as low as possible. I also provide some subjective impressions about the color and framing… Read more [...]

  2. Peter Friese schreibt,

    Hallo Simon,

    danke für die konstruktive Kritik :-) Glücklicherweise habe ich in meinem Tomtom den Parkplatz in der Nähe des Motivs markiert, so dass ich tatsächlich nochmal hinfahren kann. Hier http://flickr.com/photos/peterfriese/3287044019/ ist übrigens die Originalfassung des Motivs. Die Nachbearbeitung habe ich mit LightZone durchgeführt (ein wenig Crop, sowie Polarizer).

    Das Motiv an sich ist ja schon wahnsinnig: mitten im kanadischen Winter gibt es da tatsächlich ein paar tote Blüten, die nicht abgefallen sind. Ist schon ne tolle Gegend hier. Ich bin echt gespannt, wie’s im Frühling und Sommer wird :-)

    Wenn ich nochmal hinfahre, werde ich Deine Ratschläge beherzigen und die Resultate hier posten.

    Viele Grüße,
    Peter

  3. shuron schreibt,

    Ich finde das mit dem Richtigen Framing auch so.
    Mit der Verschlusszeit hast Du auch recht, wenn die Blüte tatsächlich Stillstand. Denn ich kann mir vorstellen das Sie beim kleinstem Wind schon wackelt und die Schärfe der Blüte ja gerade wichtig ist auch wenn die Schärfe an den Rändern abnimmt.

    P.S. Ich habe auch eine Cannon 450 D ;)